Das KFZ-Gutachten

Malte Satow

von Malte Satow

1. August 2019

abracar / Ratgeber / Das KFZ-Gutachten

Waren Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt und wissen nicht welche Kosten von der Versicherung übernommen werden? Oder wollen Sie Ihr Auto verkaufen und sich dabei von anderen Verkäufern absetzen? In beiden Fällen ist ein professionelles KFZ-Gutachten die Antwort. Erfahren Sie hier mehr darüber, was ein KFZ-Gutachten ausmacht, wann Sie es beantragen können und wie viel es kostet.

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Das KFZ-Unfallgutachten

Eine KFZ-Unfallgutachten wird dann benötigt, wenn es zu einem Verkehrsunfall gekommen ist, bei dem ein Autoschaden von über 750 Euro entstanden ist. Anschließend wird ein sachkundiger KFZ-Gutachter mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Die Aufgabe dieses Gutachters ist die Dokumentation von sämtlichen Mängeln, die nachweislich auf den Unfall zurückzuführen sind.

Falls diese Kosten über den Wiederbeschaffungskosten liegen, wird zudem der Wert des Fahrzeuges vor dem Unfall (Wiederbeschaffungswert) und der Wert des Fahrzeuges nach dem Unfall (Restwert) ermittelt.

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Der Kostenvoranschlag und Unterschiede zum Unfallgutachten

Übersteigen die Unfallschäden nicht die Grenze von 750 Euro, spricht man von Bagatellschäden. Für die Schadensregulierung von Bagatellschäden reicht ein Kostenvoranschlag von einem Kfz-Sachverständigen oder einer Auto-Werkstatt aus. In einem solchen Kostenvoranschlag trifft das Sachverständigenbüro eine Zusage, dass die Reparatur zu einem festgelegten Preis ausgeübt wird. Dabei ist der Kostenvoranschlag unternehmensgebunden, d.h. die Höhe des Kostenvoranschlages kann sich zwischen einzelnen Autowerkstätten unterscheiden kann.

Generell kann man einen Kostenvoranschlag als den kleinen Bruder des KFZ-Gutachtens betrachten. Die Anfertigung ist günstiger und schneller, aber auch deutlich unpräziser als die Erstellung eines KFZ-Gutachten.

Das KFZ-Verkaufsgutachten

Wollen Sie Ihr Auto verkaufen? Dann können Sie mit einem unabhängigen KFZ-Gutachten Ihre Chance auf einen erfolgreichen Verkauf drastisch erhöhen. Mit abracar erhalten Sie schnell und einfach ein Verkaufsgutachten.

Im Verkaufsgutachten werden alle technischen Systeme, sowie die gesamte Karosserie geprüft. Daraus erstellt der Sachverständige anschließend das Wertgutachten. Dieses unterscheidet sich vom Gutachten nach einem Unfall dadurch, dass es immer möglich ist dieses zu erstellen. Ein professionelles Verkaufsgutachten kann zu einem deutlich höheren Interesse bei potenziellen Käufern führen. Denn durch dieses haben die Interessenten eine Sicherheit über den Zustand Ihres Autos und können unerwartete Schäden ausschließen. Eine Sicherheit, die so auf dem Gebrauchtwagenmarkt in der Regel nicht zu finden ist.

Bei abracar können Sie ganz leicht und ohne hohe Kosten Ihr Verkaufs-Gutachten erwerben. Das Beste daran ist – Sie müssen nicht einmal das Haus verlassen, wir schicken Ihnen einen zertifizierten Gutachter nach Hause. Dieser prüft ausgiebig Ihr Fahrzeug unter anderem durch eine Probefahrt und durch eine komplette Fahrzeuginspektion. Dabei werden sämtliche technischen Daten zu folgenden Themen notiert:

  • Lichtmaschine
  • Ölverlust
  • Klimaanlage
  • Bremsanlage
  • Auspuffanlage
  • Stoßdämpfer
  • Batterie / Akkumulator
  • Lichtanlage
  • Kupplung
  • Lackschicht
  • Motorlauf
  • Getriebe

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Wann Sie einen KFZ-Gutachter beauftragen können

Ein Wertgutachten für den Verkauf Ihres Autos können Sie jederzeit hier in Auftrag geben.

Bei einem Verkehrsunfall ist es dagegen in der Regel die Aufgabe der eigenen oder der gegnerischen Versicherung einen Schadens-Gutachter zu beauftragen. Jedoch haben Sie ebenfalls die Möglichkeit einen weiteren Sachverständigen zu verpflichten, wenn Sie mit dem ursprünglichen Gutachter nicht zustimmen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie bei der Beauftragung dieses weiteren KFZ-Unfallgutachters vorgehen sollten. Zuerst ist es dabei wichtig zu unterscheiden, ob Sie bei einem Unfall der Geschädigte sind und keine Schuld tragen oder ob Sie der Schuldige sind bzw. Teilschuld tragen:

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Unfallschaden – kein Selbstverschulden

  1. Sie melden die Schäden bei der gegnerischen Versicherung
  2. Diese klassifiziert, ob es sich um einen Bagatellschaden (bis 750€) oder nicht
  3. Wenn der Schaden > 750€ beauftragt die Haftpflichtversicherung einen Sachverständiger zur genauen Untersuchung
  4. Wenn der Schaden < 750€ Kostenvoranschlag für die Reparatur wird eingeholt

Wenn es sich um einen Bagatellschaden handelt, reicht ein Kostenvoranschlag von einem Kfz-Sachverständigen oder einer Werkstatt zur Schadensregulierung aus. Hierbei sollte Sie kein zusätzliches Gutachten beauftragen, da Versicherungen nicht verpflichtet sind hierfür zu bezahlen.

Wenn es sich um mehr als Bagatellschäden handelt, wird ein KFZ-Gutachter von der Versicherung beauftragt, der dann den Schaden beziffert. Sind Sie mit dem Gutachten nicht einverstanden, haben Sie die Möglichkeit sich an einen Gutachter Ihrer Wahl zu wenden. Die Kosten dafür werden von der gegnerischen Versicherung übernommen.

Unfallschaden - Selbstverschulden

  1. Sie melden die Schäden bei Ihrer Versicherung
  2. Diese klassifiziert, ob es sich um einen Bagatellschaden (750€) handelt oder nicht
  3. Wenn der Schaden > 750€ beauftragt die Haftpflichtversicherung einen Sachverständiger zur genauen Untersuchung
  4. Wenn der Schaden < 750€ Kostenvoranschlag für die Reparaturkosten wird eingeholt.

Wenn es sich um einen Bagatellschaden handelt, reicht ein Kostenvoranschlag von einem Kfz-Sachverständigen oder einer Werkstatt zur Schadensregulierung aus. Um Kosten zu reduzieren können Sie häufig eigenständig den Schaden beziffern, entweder bei einem kurzen Besuch in einer Autowerkstatt oder sogar mit Fotos per Smartphone.

Wenn es sich um mehr als Bagatellschäden handelt und Sie mit diesem Gutachten nicht einverstanden sind, können Sie einen von Ihnen ausgewählten KFZ-Gutachter beauftragen. Diesen müssen Sie aber aus eigener Tasche bezahlen.

Bei Differenzen zur Schadenshöhe gilt es anschließend ein Sachverständiger-Verfahren der beteiligten Schadens-Gutachter durchzuführen.

Generell sollte Sie sich jedoch vorab Gedanken machen, ob Sie für die Reparatur Ihres Autos bei einem selbstverschuldeten Unfall die eigene Versicherung einschalten wollen. Denn jegliche Ausgaben von der KFZ-Versicherung bedeutet für Sie eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklassen, wodurch Sie zwangsläufig einen höheren Versicherungsbeitrag bezahlen müssen.

Die Kosten eines KFZ-Gutachters

Der Preis für den Service eines KFZ-Gutachters kann stark variieren, je nachdem wie detailliert das Gutachten ist. Ein Kostenvoranschlag ist in der Regel deutlich günstiger als ein ausführliches Unfallgutachten.

Die ungefähren Kosten kann man aus der Honorarbefragung des BVSK 2019 entnehmen. So liegt der Preis eines KFZ-Gutachtens bei einem Schadenswert von 2000 Euro zwischen 365 und 425 Euro. Preislich unterscheiden sich viele Sachbearbeiterbüros kaum. Daher kann man sich am besten an Bewertungen von anderen Kunden orientieren, wenn man auf der Suche nach einem Unfallgutachten ist.

Generell gilt die Faustregel, dass Unfallgutachten teurer als Verkaufsgutachten sind. So liegen die Kosten von einem Verkaufsgutachten bei etwa 150 Euro.

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Sonderfall Totalschaden

Das Thema Totalschaden bildet einen Sonderfall bei einem Unfallgutachten. Ein Totalschaden liegt dann vor, wenn die voraussichtlichen Reparaturkosten inkl. eventueller Wertminderung über dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges liegen. In dem Fall eines Totalschadens wird normalerweise die 130%-Integritätsregel angewendet. Nach dieser Regelung ist die eine Reparatur eines Autos mit Totalschaden solange möglich, sofern die Reparaturkosten nicht über 130% des Wiederbeschaffungswertes des Autos liegen.

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Malte Satow

Malte Satow

Auto-Enthusiast und Spezialist für alle Themen rund um das Elektroauto.


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