Ratgeber

Die Fahrzeugidentifikationsnummer

Malte Satow

von Malte Satow

17. Juli 2019

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Die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) ist eine weltweit verwendete 17-stellige Seriennummer, die es ermöglicht jedes Kraftfahrzeug zu identifizieren. Die FIN besteht seit der EU-Verordnung aus dem Jahr 1981 und ersetzt in Deutschland die ehemalige Fahrgestellnummer. Die Fahrzeugidentifikationsnummer wird entweder mit FIN oder mit VIN abgekürzt. Dabei ist VIN die amerikanische Schreibweise, die übersetzt vehicle identefication number bedeutet. Andere Bezeichnungen für die Fahrzeugidentifikationsnummer sind umgangssprachlich Fahrgestellnummer oder Rahmennummer. Für Sie wird die FIN vor allem dann relevant, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen wollen. Zum einen lassen sich durch die FIN Auto-Fälschungen schnell erkennen, zum anderen können Sie sich vor dem Kauf des Gebrauchtwagens über die Fahrzeughistorie informieren.

Wo befindet sich die Fahrzeugidentifikationsnummer

Die damalige Fahrgestellnummer eines Fahrzeuges wurde früher auf einer Plakette im Motorraum befestigt. Mit der Einführung der FIN wurde diese Plakette abgeschafft, wodurch die Fälschung von Fahrzeugen kaum noch möglich ist.

Um die FIN seines Fahrzeuges herauszufinden ist es am einfachsten einen Blick in die Fahrzeugpapiere zu werfen. Die FIN ist sowohl im Zulassungsschein 1 (ehem. Fahrzeugschein) als auch im Zulassungsschein 2 (ehem. Fahrzeugbrief) eingetragen. Des Weiteren wird die FIN in die Karosserie eines Fahrzeuges eingestanzt, um so betrügerische Absichten vorzubeugen. Wo genau diese Einstanzung erfolgt, variiert von Fahrzeug zu Fahrzeug. In der Regel befindet sich der Code auf den Türrahmen, im Motor- oder Kofferraum sowie unter der Motorhaube oder am Armaturenbrett. Bei Motorrädern ist die FIN normalerweise an der Gabel eingeprägt. Die FIN ist immer mehrfach am Fahrzeug und in den Fahrzeugpapieren angebracht. Wenn Sie privat ein Auto kaufen möchten und der Verkäufer Ihnen keine Auskunft über die FIN machen kann, sollten Ihre Alarmglocken schrillen, da es sich hierbei um Betrug handeln könnte.


Wenn die FIN an Ihrem Fahrzeug nicht mehr zu identifizieren ist, sollte dies umgehend bei einer Werkstatt instand gesetzt werden, da ansonsten die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs hinfällig ist. Durch die regelmäßige Überprüfung der FIN umgehen Sie mögliche Bußgelder.


Türgriff

Wie Sie die FIN entschlüsseln können

Die FIN besteht aus 17 aufeinander folgenden Ziffern bzw. Nummern und folgt dabei einer Norm. Dabei gibt es leichte Abweichungen zwischen der US-amerikanischen und der europäischen Norm. Folgendermaßen können Sie die europäische FIN entschlüsseln:

  • 1–3: Welt-Hersteller-Code
  • 4-9: Baureihe
  • 10: Modelljahrescode
  • 11: Herstellerwerk
  • 12-14: Zweiter Teil des Welthersteller-Werks
  • 14-17: Fortlaufende individuelle Nummer

Die ersten drei Stellen der FIN geben das Land und die Region an, in dem das Fahrzeug gefertigt wurde. Deutsche Fahrzeuge tragen entweder den Anfangsbuchstaben „W“ oder die Anfangsbuchstaben „SZ-ST“ in ihrer FIN. So gibt beispielsweise die Kombination WVW an, dass das Fahrzeug in Deutschland von VW produziert wurde. Verwirren lassen darf man sich nicht von der 10. Position der FIN, dem Modelljahrescode. Dieser zeigt an, wann das jeweilige Fahrzeugmodell erstmalig veröffentlicht wurde und muss nicht mit dem Herstellungsjahr des individuellen Fahrzeuges übereinstimmen.

Wie Ihnen die FIN helfen kann

Die Hauptfunktion der FIN ist die Identifizierung eines Fahrzeuges und der damit verbundene Schutz vor Fälschung und Diebstahl. Dies kann für Sie dann hilfreich sein, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen möchten. So können Sie durch einen Abgleich der FIN im Zulassungsschein und der FIN auf der Karosserie überprüfen, ob es sich bei dem Fahrzeug um eine Fälschung handelt. Die FIN hat die weitere Eigenschaft, dass sie für jeden frei zugänglich ist. Dies ermöglicht Werkstätten mit einem Klick die gesamte Fahrzeughistorie einzusehen. Aber nicht nur Werkstätten können diese Informationen erfassen, sondern auch Sie selbst. Wenn Sie sich für einen Gebrauchtwagen interessieren, können Sie mithilfe der FIN Informationen zu früheren Tachoständen, Werkstattberichten oder eventuellen Unfällen einsehen. Geben Sie dafür einfach die Fahrzeugidentifikationsnummer online bei einem FIN Checker ein, und anschließend erhalten Sie den Zugriff zu der Datenbank. Allerdings ist dieser Service nicht umsonst, sondern es fallen Kosten im mittleren zweistelligen Bereich an. Sollten Sie sich aber unsicher über den Zustand Ihres gewünschten Gebrauchtwagens sein, ist dieses Geld gut angelegt. Um diese Kosten für einen solchen Bericht müssen Sie sich bei einen von abracar vermittelten Autos keine Sorgen machen, denn Sie erhalten einen umfassenden Zustandsbericht des Autos kostenlos dazu. Denn jeder Gebrauchtwagen von abracar wird im Vorfeld von einem unabhängigen Gutachter geprüft. Dabei werden alle möglichen Makel und Schönheitsfehler detailliert notiert. Dadurch können Sie sich ganz entspannt einen Überblick vom Fahrzeug machen.


Malte Satow

Malte Satow

Auto-Enthusiast und Spezialist für alle Themen rund um das Elektroauto.


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