Die KFZ-Versicherung

Malte Satow

von Malte Satow

8. August 2019

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“Ich fuhr mit meinem Wagen gegen die Leitschiene, überschlug mich und prallte gegen einen Baum. Dann verlor ich die Herrschaft über mein Auto”

So steht es in einem Schreiben eines Autofahrers an seine Versicherung. Für solche oder jegliche andere Schäden am Auto gibt es die KFZ-Versicherung.

In Deutschland muss jedes Fahrzeug, welches sich auf öffentlichen Straßen bewegt, versichert sein. Dies dient dazu, dass bei einem Unfall der Verursacher für die Kosten aufkommt, auch wenn dieser über wenig Eigenmittel besitzt. Erfahren Sie unter anderem hier, was genau die KFZ-Versicherung abdeckt, wie sich der Beitrag zusammensetzt und wann Sie die Versicherung kündigen können.

Die richtige Autoversicherung finden

Wenn es zu der Versicherung seines Fahrzeuges kommt, hat man die Auswahl zwischen drei verschiede Formen, die Haftpflichtversicherung, die Teilkaskoversicherung und die Vollkaskoversicherung.

Tabelle

Die richtige Art der Versicherung zu finden ist nicht immer ganz einfach. Als Faustregel kann sagen, dass Vollkasko vor allem bei Neuwagen oder jungen Gebrauchtwagen Sinn macht. Der Vorteil ist, dass jegliche selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug abgedeckt sind. Nach drei bis fünf Jahren sollte man noch einmal den Wert seines Fahrzeuges ermitteln und berechnen, ob ein Wechsel in Teilkasko sinnvoller ist. Den Wert Ihres Autos oder Firmenwagens können Sie einfach und kostenlos hier ermitteln.

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Wie sich die KFZ-Versicherung berechnet

Jeder Versicherungsbetrag ist individuell und errechnet sich aus einer Vielzahl an Faktoren, eine Auswahl der wichtigsten finden Sie hier:

  • Die Typklasse - einige Fahrzeugmodelle bezahlen mehr als andere
  • Regionalklassen - in Oberbayern ist die Versicherung etwa deutlich teurer als in Thüringen
  • Schadenfreiheitsklassen - unfallfreie Fahrer werden belohnt
  • Selbstbeteiligung - je höher diese ist, desto geringer die Versicherungskosten
  • Werkstattbindung - Wer sich an die Partnerwerkstätten der Versicherung bindet, wird belohnt
  • Alter des Fahrer - Fahrer mittleren Alters zahlen am wenigsten
  • Der Nutzerkreis - Wenn viele andere Personen an das Steuer dürfen, erhöht sich der Beitrag
  • Fahrzeugalter - Besitzer von Neuwagen müssen weniger bezahlen
  • Dauer des Führerscheinbesitzes - Fahranfänger zahlen hohe Zusatzkosten

Einer der wichtigsten der genannten Faktoren sind die Schadenfreiheitsklassen. Eine Schadenfreiheitsklasse entspricht einem Jahr, in welchem der Autofahrer schadenfrei in einem bestehenden Versicherungsverhältnis gefahren ist. Die Schadenfreiheitsklassen werden automatisch gesammelt und beschreiben das Fahrverhalten des Versicherten.

Die Unterschiede der Versicherungsbeiträge in den einzelnen Klassen sind erheblich . Während bei einem Fahranfänger, der sich zum ersten mal versichert, ein mehr als 200 prozentiger Aufschlag erhoben wird, bezahlt ein Autobesitzer der SF-Klasse 25 nur noch ca. 30 % des eigentlichen Versicherungsbetrages.

KFZ-Versicherung online berechnen

Die einfachste Möglichkeit den individuellen Versicherungsbetrag zu ermitteln, sind Online-Rechner. Diese sind in der Regel kostenlos und zeigen nach Eingabe aller persönlichen und fahrzeugtechnischen Merkmale, direkt den möglichen an. Empfehlen können wir dabei den Versicherungsrechner der Allianz.

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Schadensdeckungssumme

Die Deckungssumme gibt an bis zu welcher Summe ein Fahrzeug versichert ist. Die Höhe der Deckungssumme wird unterschieden zwischen Sachschäden, Personenschäden und restlichen Schäden.

Sachschäden werden gesetzlich mindestens bis zu einer Summe von 1,12 Millionen Euro versichert, restliche Schadensarten mit bis zu 50.000 Euro. Der Mindestversicherungsbetrag bei Personenschäden liegt bei 7,5 Millionen Euro. Dies mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, man sollte sich aber überlegen, ob man diese Summe erweitert. Denn wenn es bei einem Unfall zu Personenschäden kommt, können mehrere Parteien verwickelt sein. Folgenden Unterhaltskosten für geschädigte Personen können die Summe von 7,5 Millionen Euro leicht überschreiten und würden für einen selbst höchstwahrscheinlich den finanziellen Ruin bedeuten. Daher sollten man die Option nutzten die Schadensdeckungssumme bei Personenschäden zu erhöhen.

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KFZ Versicherung Kündigungsfrist

Planen Sie Ihre KFZ-Versicherung zu wechseln, da ein anderer Anbieter etwa mit besseren Konditionen lockt, müssen Sie zuvor Ihre KFZ-Versicherung kündigen. Eine KFZ-Versicherung wird immer für ein Jahr abgeschlossen und verlängert sich automatisch bei dem Ausbleiben einer Kündigung. Daher muss die Kündigung spätestens einen Monat zur Hauptfälligkeit der KFZ-Versicherung schriftlich erfolgen. In den meisten Fällen ist der Stichtag der 31. Dezember, demnach muss also eine Kündigung spätestens bis zum 30. November erfolgen. Bei manchen Versicherung wird auch eine unterjährige Hauptfälligkeit angeboten. Dann liegt der letztmögliche Kündigungstermin einen Monat vor diesem Datum.

In einigen Fällen ist auch möglich die KFZ-Versicherung außerhalb des jeweiligen Stichtages zu wechseln. Solche außerordentliche Kündigungen erfordern Sonderkündigungsrecht. Außerordentliche Kündigungsgrunde sind etwa:

  • Beitragserhöhung
  • Neuzulassung / Fahrzeugwechsel
  • Schadenfall

Malte Satow

Malte Satow

Auto-Enthusiast und Blogautor


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